Warum ist Matched Betting schlecht für Sportwetten-Anbieter?

Uta Koenig - 06-05-2019

Bookmakers lose a lot of money newsDas Wetten auf Sportarten, Politik oder Entertainment ist sehr beliebt. Es ist ja auch bekannt, dass das Wetten auf Sportentscheidungen sehr alt ist und sogar bis zurück zu den Kelten zu verfolgen ist. Wenn es in einem Business hohe Gewinnmöglichkeiten gibt, dann versuchen immer wieder schlaue Menschen das System zu umgehen. Üblicherweise auf illegale Art und Weise. Für diese Szenarien haben die Anbieter von Sportwetten, also Online Casinos und Buchmacher viele computerunterstütze Systeme im Einsatz, um unlautere Wettpraktiken zu unterbinden.

Nur beim Matched Betting sind die Anbieter machtlos, und die Schuld liegt ganz alleine bei ihnen. Neue Anbieter übertrumpfen sich regelrecht mit Bonusangeboten und Geschenken für neue Mitglieder – und genau da greifen die findigen Spieler an. Eine aktuelle Schätzung hat ergeben, dass sich der monatliche Schaden auf ca. 20 Millionen US-Dollar beläuft, und die Tendenz zeigt stark nach oben. Wie kann dies trotz der technischen Möglichkeiten passieren? Ganz einfach, ein neuer Anbieter macht Werbung, lobt hohe Boni aus und tausende Neukunden stürzen sich auf ihn und platzieren abgestimmte Wetten – und der Anbieter hat das Nachsehen.

Was genau ist Matched Betting?

Wenn man diesen Namen übersetzt, dann kommt abgestimmte Wette dabei heraus – und genau das ist es auch. Denn jede beim Buchmacher platzierte Wette wird über eine Gegenwette neutralisiert. Dadurch hebeln die Spieler die Durchspielanforderungen der Anbieter sehr schnell aus und können sich dann am Ende nach kürzester Zeit den verbliebenen Bonusbetrag auszahlen lassen. Sie fragen sich nun wie das möglich ist, und das ist ziemlich leicht zu beantworten. Jeder kann bei einer Wettbörse ein Konto eröffnen und als Buchmacher fungieren. Und als Buchmacher stellt der Kunde seine Gegenwette ein. Am Ende bedeutet der Verlust auf der einer Seite einen Gewinn auf der anderen Seite. Das einzige was ein Spieler dazu benötigt ist etwas Eigenkapital, ein Konto bei einem Buchmacher und ein Konto bei einer Wettbörse – das ist in Deutschland dann bei Matchbook.

Beispiel für Matched Betting

Wenn Sie dies gerne mit einem Beispiel illustriert hätten, zeigen wir Ihnen dieses gerne. Gehen wir davon aus, dass im nächsten Champions League Finale im Juni 2019 der FC Barcelona gegen Ajax Amsterdam spielt. Bei einem Buchmacher platziert der Neukunde einen Teil seines Willkommensbonus in Höhe 200 € auf einen Sieg des FC Barcelona. Im Gegenzug stellt der Kunde auf der Wettbörse eine Gegenwette auf einen Gewinn von Ajax Amsterdam mit der gleichen Quote ein, die er beim Buchmacher erhält.

Gewinnt nun der FC Barcelona, dann bezahlt der Buchmacher dem Kunden den Einsatz von 200 € plus die Gewinnquote aus. Da der Kunde an der Wettbörse verloren hat, muss er dort als Buchmacher die 200 € plus die Quote an seine Kunden auszahlen.

Gewinnt aber nun Ajax Amsterdam, dann verliert er seine Wette beim Buchmacher, gewinnt aber die Gegenwette als Buchmacher auf der Wettplattform.

Fazit

Wie Sie aus den beiden Beispielen ersehen, hat der Kunde in beiden Szenarien faktisch keinen Gewinn erzielt. Im zweiten Fall hat er seinen Einsatz zurück, aber beim Buchmacher nichts verloren. Im ersten Fall hat er sein Geld als eigener Buchmacher verloren, aber kostenloses Geld beim Buchmacher gewonnen. Dies machen die Kunden so lange, bis sie sich den Bonusbetrag auszahlen lassen können – und dadurch tritt beim Sportwetten-Anbieter ein Verlust auf.