Casinobranche stellt sich auf Folgen des Coronavirus ein

Uta Koenig - 05-03-2020

Coronavirus trifft CasinosWährend die Welt vor einer großen Herausforderung im Gesundheitsbereich steht, versucht die Wirtschaft, sich darauf vorzubereiten, das Worst-Case-Szenario für jeden Markt zu überleben. Und leider wird davon auch die Casinobranche nicht verschont bleiben. Der Branchendatenspezialist H2 Gambling Capital geht davon aus, dass Covid-19 im Jahr 2020 im Bereich der Casinoeinnahmen weltweit Einbußen in Höhe von etwa 8 % verursachen wird.

Einen derartigen Einbruch von Casinoumsätzen gab es zuvor innerhalb der letzten zwei Jahrzehnte erst ein einziges Mal. Da die Gesamtzahl der Coronavirus-Fälle inzwischen weltweit auf über 90.000 angestiegen ist, sind die schweren Folgen in einer Vielzahl von Ländern bereits spürbar.

Der Einbruch ist bereits sichtbar

Das volle Ausmaß der Folgen des Virusausbruchs für die internationale Casinobranche wird sich natürlich erst mit dem Übergang vom aktuellen in den folgenden Finanzzeitraum beziffern lassen, aber die Auswirkungen der Ausbreitung des Virus zeigen sich bereits jetzt, insbesondere auf dem chinesischen Lotteriemarkt, in Singapur und natürlich in Macau.

Sowohl Singapur als auch Macau verzeichneten massive Rückgänge der Glücksspieleinnahmen, die allein im Februar bis zu 87,8 % betrugen. Macau an sich stellt offensichtlich ein Worst-Case-Szenario dar, da die Wirtschaft des Landes zu 80 % vom Glücksspiel abhängt. Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass die Folgen des Coronavirus-Ausbruchs die Folgen der letzten internationalen Gesundheitspandemie, nämlich des SARS-Virus (Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom) im Jahr 2002/2003, weit übersteigen werden.

Fast kein Land bleibt verschont

Die Folgen von SARS in den Jahren 2002 und 2003 waren nicht halb so schwer wie jene, die heute aus zwei bis drei Monaten Angst vor Corona resultieren. Obwohl Covid-19 bereits gegen Ende des letzten Jahres als mögliche nationale Gesundheitsbedrohung für China identifiziert wurde, wurde der Ernst der Lage erst im Januar dieses Jahres erkannt.

Es erübrigt sich zu sagen, dass angesichts der rasanten Ausbreitung des Virus nicht nur die genannten Märkte gefährdet sind. Auch in einer Reihe anderer Länder, darunter Japan, Malaysia, Südkorea, Italien und Hongkong, wurden bedeutende Krankheitsausbrüche gemeldet. Die Prognosen für diese Märkte sind nicht annähernd so rosig wie zu dieser Zeit im vergangenen Jahr.

Eine Warnung vor den Folgen wurde für die Casinobranche weltweit ausgesprochen.