Was passiert bei einem harten Brexit?

Uta Koenig - 18-09-2019

Die Brexit-Auswirkungen für Online CasinosSie haben es in den letzten Wochen sicherlich tagtäglich in den Nachrichten gesehen. Das britische Parlament mit Premierminister Boris Johnson konnten sich nicht auf ein Abkommen mit der EU einigen und ging jetzt dann erstmal für 5 Wochen in Parlamentspause. Was bedeutet dies? Generell bedeutet es, dass Johnson bei der EU auf einen weiteren Aufschub bitten kann oder aber, dass Großbritannien mit einem Paukenschlag und hartem Brexit am 31. Oktober aus der EU austritt.

Egal welches Szenario eintritt, für Online Casino die mit einer Lizenz aus dem Vereinigten Königreich oder Gibraltar ausgestattet sind, stehen die Ampeln schon seit vielen Monaten auf dunkelrot. Sie fragen sich vielleicht weshalb. Dies ist einfach zu erklären. Wenn sich die EU und Großbritannien nicht einigen, dann dürfen Online Casinos die nur eine Lizenz aus UK oder Gibraltar haben, Ihre Dienste im restlichen Europa nicht mehr anbieten

Was passiert bei einer Übergangslösung?

Sollte der Premierminister tatsächlich noch einmal in Brüssel vorständig werden, damit eine weitere Verschiebung des Brexits vereinbart werden kann, dann sind im restlichen Europa die Lizenzen der UK-Kommission und von Gibraltar weiterhin gültig. Wenn Sie bei einem solchen Online Casino Kunde sind und das Casino nicht über weitere europäische Lizenzen verfügt, dann sollten Sie ganz genau die Presse und auch die Nachrichten des Casino laufend prüfen. Denn sollte der harte Ausstieg aus der EU zum 31. Oktober 2019 erfolgen, dann sind die Anbieter aufgefordert auch die Verbindungen in die EU-Länder zu stoppen. Tun sie dies nicht, dann sind Sie Kunde eines Schwarzmarktanbieters und Sie haben keine Haftungsansprüche – und genau dies sollten Sie vermeiden.

Wenn es aber zu Übergangslösung kommt, dann können Sie weiter die Geschehnisse beobachten und dann gegebenenfalls beim nächsten Zeitpunkt wieder prüfen, ob Sie dort noch ein legaler Kunde sein können.

Wie reagieren die Online Casinos?

Die meisten Online Casinos, die in Gibraltar ansässig sind, haben schon im Vorfeld dafür gesorgt, dass der Spielbetrieb im restlichen Europa weitergehen kann. Zu groß ist die Abhängigkeit, die Dienstleistungen im kompletten Europa anzubieten. Einige Anbieter wie z. Bsp. Bet365 hat sich um eine Lizenz in Malta bemüht und diese auch erhalten. Die derzeit noch rund 500 Mitarbeiter des Anbieters, die sich noch in Gibraltar befinden, werden in Kürze nach Malta verlagert – sprich es werden 400 der 500 Stellen auf Gibraltar gestrichen und verlegt. Die restlichen 100 Mitarbeiter können aber auch noch dem Rotstift unterfallen, denn zwei Standorte sind kostspieliger als einer. Es ist abzusehen, dass andere Anbieter diesen Trend fortsetzen und somit einige Bürger Gibraltars bald aufgrund der Brexit-Bemühungen ohne Arbeit dastehen werden.

Was für andere Lösungen gibt es noch?

Das Thema Brexit ist wie auch schon bei der damaligen Wahl ein sehr umstrittenes Thema. Beobachter gehen davon aus, dass ein erneutes Referendum wahrscheinlich nicht die Mehrheit für den Ausstieg aus der EU erhalten würde, deshalb wird Boris Johnson dieses heiße Eisen nicht angehen, da er ja auch maßgeblich am Erfolg des Brexit-Referendums beteiligt war. Es wir sich nun zeigen, was nach der Parlamentspause geschehen wird. Es wird wahrscheinlich Neuwahlen geben – aber ob diese dann zum gewünschten Erfolg führen bleibt zweifelhaft. Ein harter Brexit wäre für alle Geschäftsbereiche ein Schlag ins Gesicht, denn mehr und mehr Firmen (darunter sehr viel Banken) haben schon ihre Standorte aufgelöst und sich auf das EU-Festland gezogen – was für eine Erhöhung der Arbeitslosenzahlen gesorgt hat.

Es bleibt auf jeden Fall spannend und wir werden Sie weiter informieren, wie das Thema Brexit weitergeht.