Brandaktuell: PayPal kündigt Kooperationen mit Online Casinos

Uta Koenig - 18-03-2019

Paypal ends cooperationPayPal ist erwiesenermaßen der weltweit meistgenutzte Anbieter für die Abwicklung von Onlinezahlungen. Nun hat der Finanzdienstleister in Deutschland damit begonnen, Geldtransfers an einzelne Online Casino einzuschränken.

PayPal als Zahlungsmittel sehr beliebt

Beim Kauf von Waren und Dienstleistungen im Internet führt inzwischen kaum noch ein Weg an PayPal vorbei. Weltweit vertrauen unzählige Onlinehändler und Millionen von Kunden auf die sichere und unkomplizierte Zahlungsmethode – aber auch mit ihrem Friends + Family Programm bieten Sie einen tollen Service an.

Aufgrund des reibungslosen Angebots ist es auch kein Wunder, dass immer mehr Online Casinos dazu übergegangen sind, PayPal zu ihren Zahlungsoptionen hinzuzufügen. PayPal ist diese Praxis nun nach ungefähr 2 Jahren anscheinend ein Dorn im Auge, denn das Unternehmen hat damit begonnen, erste Anbieter aus der Liste der akzeptierten Finanzpartner zu eliminieren.

PayPal arbeitet nicht mehr mit der 888 Holding und GVC Holding

Die ersten beiden betroffenen Unternehmen im Online Casino-Bereich sind die 888 Holding und GVC Holding. Die Glücksspiel-Konzerne sind in Deutschland mit Online Casinos wie dem 888casino, CasinoClub oder Partycasino vertreten. Seit Mitte Dezember 2018 ist es deren Kunden nicht mehr möglich, PayPal als Zahlungsoption auszuwählen.

GVC hat zudem angekündigt, PayPal ab dem 19. Dezember 2018 aus sämtlichen Online Casinos des Konzerns in Deutschland als Zahlungsoption zu entfernen. Eine Erklärung für diesen Schritt blieb der Konzern allerdings schuldig – es ist aber anzunehmen, dass dies aufgrund der PayPal-Sperre geschehen ist. Auch die 888 Holding äußerte sich nicht öffentlich zu dem PayPal-Bann.

Bisher wurden keine weiteren Einschränkungen von weiteren Inline Casino bekannt. Es ist aber davon auszugehen, dass PayPal künftig weitere Online Casinos ausschließen wird.

Unklare rechtliche Situation für PayPal

Einer der Hauptgründe für PayPals Schritt könnte in der derzeit sehr schwierigen rechtlichen Lage liegen, die in Deutschland herrscht. Es ist immer noch nicht eindeutig geklärt, wie Online-Glücksspiel hierzulande gesetzlich überhaupt einzuordnen ist.

Zwar steht im Glücksspielstaatsvertrag, dass „das Veranstalten und Vermitteln öffentlicher Glücksspiele im Internet“ verboten ist (§ 4 Absatz 4), doch die internationalen Anbieter berufen sich auf die EU-Dienstleistungsfreiheit sowie vorhandene Glücksspiel-Lizenzen aus europäischen Staaten, die sie zum Betrieb der Online Casinos in Deutschland berechtigten.

Solange Bund und Länder keine eindeutige Regelung zur Behandlung des Online-Glücksspiels erlassen, operieren die Unternehmen in einem Graubereich – und somit auch die Partner dieser Anbieter. Es ist diese fehlende rechtliche Grundlage, die PayPal vor festen vertraglichen Bindungen mit den Online Casinos zurückschrecken lässt.

Kein Käuferschutz sei Juli 2018

Deutsche Casino-Spieler haben PayPal bisher bevorzugt, um eine einfache, schnelle und sichere Zahlung einzuleiten und abzuschließen. Doch PayPal hat, völlig unbemerkt, schon Ende 2016 seine Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu Ungunsten der Online Casino-Spieler geändert. Ein genauerer Blick auf die aktualisierten Käuferschutzrichtlinien zeigt im Punkt 3.2 der AGBs von PayPal das folgende: Ohne Anspruch auf Käuferschutz bleiben in Zukunft „jegliche Wetteinsätze und sonstige Glücksspielaktivitäten“.

Einer der Gründe für diesen durchaus überraschenden Schritt zeigt sich im rasanten und imposanten Wachstum des weltweiten Glücksspielmarktes in den letzten Jahren. Denn immer mehr internationale Online Casinos wollen vom beeindruckend rasanten Boom der Online- und Live-Casinos profitieren. Dadurch steigt natürlich auch automatisch die Anzahl der „schwarzen Schafe“ in der Online Casino-Branche an – was den sehr guten Ruf der absolut seriösen renommierten und besten Online Casinos letztlich schädigt. PayPal setzt deshalb in diesem Bereich ganz konsequent auf Risikominimierung und sichert sich künftig noch nachhaltiger als bisher gegen den potenziellen Missbrauch seiner Plattform zur Wehr – mit Recht wie wir finden.

PayPals Käuferschutz war einer der wichtigsten Gründe für den Erfolg des Zahlungsanbieters, der ursprünglich als Tochterunternehmen von eBay gegründet wurde. Besonders im Auktionsgeschäft zwischen Privatpersonen dient der Käuferschutz zur Absicherung der Parteien, denn er garantiert den Käufern eine Rückerstattung gezahlter Gelder, falls die vereinbarte Lieferung der Leistung ausbleibt. Und hier hatte PayPal ein Problem, denn enttäuschte Spieler fingen an verlorene Gelder zurückzufordern.