Vorstandsmitglied kritisiert deutschen Casino-Vertrag

Uta Koenig - 19-02-2020

Vorstand des FC Bayern München unzufrieden mit Casino-Vertrag Die Geschichte um die Verabschiedung eines universellen Casino-Staatsvertrags für Deutschland ist um eine Episode reicher. Erst vor kurzem wurden endlich universelle Glücksspielregelungen vorgeschlagen und der Prozess schien zu einem Abschluss zu kommen. Doch jetzt hat ein Vorstandsmitglied des FC Bayern München, Jörg Wacker, seiner Verachtung für die vorgeschlagenen neuen Regelungen Ausdruck verliehen.

Wacker ist nicht der erste, der den neuen Vertrag kritisiert, der als Vierter Glücksspielstaatsvertrag bezeichnet wird, aber er ist der erste, dessen Bekanntheitsgrad wirklich ins Gewicht fällt.

Geplant ist, dass die neuen Regelungen im Jahr 2021 in der Welt der Online-Casinospiele umgesetzt werden. Aber sofern das Vorstandsmitglied von Bayern da ein Wörtchen mitzureden hat, könnte der Vertrag noch drastischen Änderungen unterzogen werden, um einen offeneren Markt zu ermöglichen.

Nicht im Einklang mit der Realität

Wacker ist ein bekannter und respektierter Name in der deutschen Casinobranche. Zuvor war er als Geschäftsführer bei der lokalen Glücksspielgesellschaft Bwin Germany tätig und ist derzeit Vorstandsmitglied bei Bayern München. Damit verfügt er über mehr als genug Erfahrung, um ernst genommen zu werden.

Er äußerte seine Bedenken in der populären deutschen BILD-Zeitung und erklärte gleich zu Beginn, dass die beabsichtigten Beschränkungen den Marktrealitäten nicht gerecht werden. Seine Hauptsorge galt den Gesetzen rund um den Sportwettenmarkt. Diese speziellen Gesetze sind mehr als nur ein bisschen restriktiv und würden laut Wacker letztlich den Casino- und Sportwettenmarkt vernichten.

Indem er auf die enormen Mängel im Umgang der deutschen Regierung mit den Buchmachern hinwies, lenkte er die Aufmerksamkeit auf den Umstand, dass die lokalen Sportwettenunternehmen mehr als 500 Millionen Euro an Steuern gezahlt haben, aber offiziell nicht als legal angesehen werden. Die heuchlerische Vorgehensweise sei absolut verblüffend, betonte Wacker und machte deutlich, wie desorganisiert die deutschen Bundesländer wirklich sind.

Weitere Beanstandungen

Aber seine größte Sorge waren die neuen Sportwettenbeschränkungen. Er betonte, dass ein Einzahlungslimit von 1.000 € fraglos viele ansonsten legale Spieler auf den Schwarzmarkt drängen würde. Illegale Online-Casino- und Sportwettenanbieter haben keine solchen Beschränkungen, was sie letztlich zur besseren Option macht.

Wackers strenge Worte wurden von Mathias Dahms, dem Präsidenten des Deutschen Sportwettenverbandes, bestätigt. Dahms schloss sich den Bedenken an und warnte den deutschen Gesetzgeber ebenfalls davor, dass der Schwarzmarkt nur dann gedeihen würde, wenn die beabsichtigten Beschränkungen offiziell umgesetzt würden.

Ob die Warnung beherzigt und der Vertrag geändert wird, bleibt jedoch abzuwarten.