Der Umsatz ist im deutschen Glücksspielmarkt um 300 Mio. gestiegen

Uta Koenig - 13-03-2019

Gambling Market Growth Im Jahr 2017 standen die Zeichen für die Glücksspielindustrie in Deutschland auf Erfolg. Eine Studie des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens Goldmedia hat festgestellt, dass der Umsatz im deutschen Glücksspielmarkt im Jahr 2017 um 300 Millionen Euro gewachsen ist.

Umsatz von insgesamt 13,5 Mrd. Euro

Die Berliner Marktforscher von Goldmedia haben die Ergebnisse ihrer jüngsten Studie „German Gambling Market Monitor 2018“ veröffentlicht. Untersucht haben die Experten die Entwicklung des deutschen Glücksspielmarkts in den Jahren 2015 bis 2017.

Die Ergebnisse sind sehr positiv. So erwirtschaftete der regulierte Glücksspielmarkt in Deutschland im Jahr 2017 Bruttospielerträge in Höhe von 13,5 Milliarden Euro. Dabei berücksichtigt wurden sämtliche Glücksspielformen, angefangen bei Lotterien über Sportwetten bis hin zu Online Casinos, Spielautomaten und Spielhallen/-banken.

Schwarzmarkt ist immer noch groß

Georg Stecker, der Sprecher des Vereins Deutsche Automatenwirtschaft, äußerte sich in einem ersten Statement zur Studie. Er wies auf die Gefahren des unregulierten Schwarzmarkts hin und forderte von der Politik, endlich für eine länderübergreifende und zielführende Regulierung zu sorgen:

„Mit Sorge sehen wir das Wachstum auf dem Glücksspielgrau- und Schwarzmarkt. Es gilt, den Glücksspielmarkt ganzheitlich und mit gleichen Spielregeln für alle zu regulieren. Nur eine kohärente Regulierung aller Spielformen nach einheitlichen Qualitätsmaßstäben kann Grau- und Schwarzmärkte eindämmen, Verbraucher nachhaltig schützen und das legale Spiel stärken. Es macht keinen Sinn, wenn Spielhallen nach Abstand und Größe reguliert werden, während illegal online an jedem Ort und zu jeder Zeit gespielt werden kann.“

Genau hier haben die Landesregierungen noch einen großen Baustein vor sich, der mit Sorge von allen Beteiligten beäugt wird.

Starke Zahlen bei den Sportwetten

Die Summe von 13,5 Mrd. Euro Umsatz für das Jahr 2017 stellt ein Plus von 300 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr (2016: 13,2 Mrd. Euro) dar. Mit Blick auf das Untersuchungsjahr 2015 (2015: 12,4 Mrd. Euro) liegt das Wachstum sogar bei rund 1 Mrd. Euro.

Spitzenreiter bei den verschiedenen Wettarten sind tatsächlich die Sportwetten. In diesem Bereich konnte der Markt das größte Wachstum verzeichnen und verzeichnet seit dem Jahr 2015 ein Plus an Wetteinsätzen in Höhe von 56 %. Der daraus erwirtschaftete Gewinn für die Buchmacher fiel dabei um 17 % höher aus als noch im Jahr 2016.

Verantwortlich für das Wachstum im Sportwettenbereich seien laut Goldmedia rund 90 Buchmacher. Diese dürften nach Einschätzung der Experten im Jahr 2018 ein weiteres Hoch haben. Die ganze Branche ist schon gespannt, wann die Zahlen für das Jahr 2018 veröffentlicht werden.

Staatliche Lotto-Anbieter unter Druck

Die staatlichen Lotterieanbieter sind auf dem deutschen Glücksspielmarkt weiter unter Druck. Wie aus der Studie hervorgeht, verlor das Lotterie-Segment in dem wachsenden Gesamtmarkt seit 2016 rund drei Prozent seiner Erträge, und das vor allem durch Verlusten im wichtigsten Spiel „6 aus 49“. Dies ist eines der Hauptergebnisse der aktuellen Untersuchung des Beratungsunternehmen Goldmedia.

Genaue Zahlen zum Volumen der Erträge im Lotterie-Segment wurden nicht veröffentlicht. Staatliche Lotterien würden im Internet aber durch unregulierte „Nebenlotterien“ von EU-Wettanbietern aus Malta und Gibraltar stark unter Druck gesetzt, heißt es in der Studie.

Die Bundesländer kämpfen indes seit langem um eine Reform der Kontrolle über den Glücksspielmarkt. Es geht um einen neuen Glücksspielstaatsvertrag. Knackpunkt bei den Verhandlungen ist die Zukunft des staatlichen Lottomonopols und eine Regulierung des florierenden Online-Glücksspiels. Die oft aus anderen EU-Ländern kommenden Sportwettenanbieter agieren in einem Graubereich: Sie unterliegen zwar keiner deutschen Regulierung, werden aber geduldet und dürfen ihre Dienstleistungen in Deutschland anbieten, was natürlich vielen deutschen Anbietern ein Dorn im Auge ist.